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Ja – Nein – Jein? Die innere Stimme ist deine wertvollste Beraterin

Dieser Blogartikel ist von Lorena Hoormann. Sie ist leidenschaftliche Coachin, Moderatorin, Trainerin und Beraterin in Wien.

Die innere Stimme ist deine wertvollste Beraterin, auch wenn wir dazu tendieren uns bei Entscheidungen und Unsicherheiten vornehmlich auf Informationen und Wissen im “Außen” zu stützen. Dabei ist das nur ein kleiner Teil dessen, was wichtig ist, wenn wir in unbekannte Gefilde vordringen, aus unserer Komfortzone hüpfen oder eine Veränderung ansteht. Eine wichtige – und meiner Meinung nach sogar eine noch wichtigere – Rolle spielt die innere Stimme, unser “Bauchgefühl”, ob wir wollen oder nicht.  

Während der Blick nach “Außen”, auf die bewusste wissensbasierte Ebene, vergleichsweise leicht fällt, sieht es beim Blick nach “Innen” schon komplizierter aus. Im “Außen” gibt es egal wo wir hinsehen zu jedem Thema Ratgeber, Leitfäden oder Checklisten und auch im beruflichen und privaten Umfeld jede Menge Erfahrungsberichte, aus denen wir neue Informationen schöpfen können. 

Im “Innen” sind die Informationen allerdings anders als im “Außen” für uns nicht so schön aufbereitet, leicht zugänglich und verständlich sondern häufig nur diffus zuordbar. leichzeitig verbirgt sich dort ein riesengroßer unbewusster Erfahrungsschatz, den wir heben können.Warum also nicht lernen, die inneren Stimme zu hören, sie zu verstehen und mit ihr in Dialog zu treten? Aber wie?

Die folgenden Tipps zeigen dir, wie du üben kannst, den Blick nach “Innen” zu richten und deiner inneren Stimme zuzuhören, zu verstehen, was sie dir mitteilen möchte und mit ihr in Dialog zu treten. So  kann zukünftig auch deine innere Stimme zu deiner wertvollsten Beraterin werden.

Tipp #1: Die innere Stimme hören:  Lausche deinen somatischen Markern

Unser Körper ist ein sehr kluger Organismus und kann ein wertvoller Ratgeber sein. Er verinnerlicht unsere emotionalen Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen. Diese nehmen so im Lebensverlauf auch weiterhin unbewusst Einfluss auf unsere Entscheidungen. Der Körper reagiert bspw. auf neue Situationen, indem er sie über  gemachte Erfahrungen mit dem Erlebnisnetzwerk verbindet und das ganze dann auf die Zukunft “hochrechnet”. 

Die Folge sind körperliche Reaktionen, von denen einige, wie z.B. das “ungute Bauchgefühl” oder der “Kloß im Hals” so gut wie jede*r kennt. Die genannten Beispiele sind hier oft eher diffus und ihre Deutung gelingt nur selten exakt. Häufig wird uns sogar erst im Nachhinein bewusst, dass es ein Hinweis dafür war etwas anders zu machen (“ach, hätte ich mal auf mein Bauchgefühl gehört”). 

Das Verständnis solcher Signale kann aber ausgebaut werden. Dadurch kann das unbewusste Erlebnisnetzwerk angesteuert und die Erkenntnisse und Erfahrungen können bewusst in Entscheidungen mit einbezogen werden, statt diese nur unbewusst zu beeinflussen. So entsteht ein körpereigenes Referenzsystem aus eigenen best und worst practices, auf das wir auch ohne detaillierte Situationsanalyse zugreifen können.

Dafür ist es notwendig sich mit dem eigenen Körper und seinen ganz individuellen Signalen vermehrt auseinander zu setzen. Hierfür möchte ich dir ans Herz legen zu einem Thema, das dich gerade beschäftigt und für das du dir zukünftig eine positive Entwicklung wünscht, in dich hinein zu spüren. 

  • Was für ein Feedback gibt dir dein kluger Organismus, wenn du in das Thema eintauchst, wie es sich aktuell präsentiert? 
  • Über welche körperlichen Empfindungen (somatischen Marker) meldet er sich zu Wort? 
  • Wo und wie zeigt sich Resonanz und womit steht es in Verbindung? 
  • Mit welchen spezifischen Bildern, Gedanken, Gefühlen oder Erfahrungen? 

Je nach emotionaler Kraft des Themas und auch je nach Individuum können die somatischen Marker dabei schwächer oder stärker ausfallen. 

Hilfreich kann es zu Beginn sein, beim Eintauchen in das Thema die Augen zu schließen und den Körper innerlich von oben nach unten zu scannen und nach Verspannungen, Druck oder Kribbelgefühlen, krummer Haltung und Verkrampfung zu suchen oder auf andere Reaktionen wie Schwitzen, Zittern, Schlucken, Zähneknirschen o.ä. zu achten. Noch leichter geht es, wenn dich eine zweite Person anhand von Fragestellungen durch das Erspüren führt.

Das kannst du auch mehrmals wiederholen, zu unterschiedlichen Themen und Anliegen. Je öfter du diese Übung machst, desto leichter wird es dir fallen deine somatischen Marker zu verstehen und deinen Körper so als deinen persönlichen Berater vermehrt wahrzunehmen. Damit einher geht auch ein vertieftes Verständnis, was hinter bspw. einem seltsamen Bauchgefühl steckt und so öffnest du schrittweise die Black Box deiner Innenwelt.

Tipp #2: Die innere Stimme verstehen: Ambivalenzen aufzeigen und Bedürfnisse erkennen

Sobald du trainiert hast deiner inneren Stimme mit Hilfe deines Körpers zu lauschen, verändert sich der Informationspool, der dir für Entscheidungsfindungen zur Verfügung steht. Du hast nun Zugang zu einer sehr wertvollen Schatzkiste, die du nutzen kannst, um innere Ambivalenzen genauer zu untersuchen. 

Ambivalenzen wirken zunächst, als ob wir uns zwischen einem Entweder-Oder entscheiden müssten, worin eine Endgültigkeit mitschwingt die die Unsicherheit noch verstärkt. Das trägt nicht gerade dazu bei selbstbewusst einen nächsten Schritt zu setzen. Was also tun, wenn die Ambivalenz da ist?

Im ersten Moment scheint es vielleicht so, dass dadurch Entscheidungen sogar noch schwieriger werden und sich die Ambivalenzen sogar noch verstärken. Doch der Schein trügt, denn wenn wir unserer inneren Stimme mehr Beachtung schenken, dann lernen wir zu verstehen, was für uns der passende nächste Schritt und authentische Weg ist.

Hier ist mein Tipp: Hinterfrage! Wenn eine augenscheinliche Entweder-Oder Situation auftaucht, dann schau einmal genauer hin: Betrachte abwechselnd die eine und die andere Seite, untersuche die Ambivalenzen und frage dich, welches Bedürfnis dahinter steht. Jede Seite, die sich zeigt hat einen guten Grund da zu sein und erfüllt für uns einen wohlwollenden Sinn. Bemühe dich den dahinterliegenden Sinn zu erkennen. Ich ermutige dich alle Seiten, alle Entweders und Oders zu erkunden und zu hinterfragen:

  • Vielleicht steht das Entweder für Sicherheit und Bewahren und das Oder für Veränderung?  
  • Vielleicht möchte eine Seite lieber autonom agieren, die andere in Beziehung zu einer Person?  
  • Welches Bedürfnis steckt dahinter? 
  • Welchen wohlwollende Bitte würden die Seiten an dich richten? 
  • In welchen anderen Umgebungen werden diese Bedürfnisse gestillt oder könnten sie gestillt werden? 
  • Was bedeutet das für mich und meine Zukunft? 
  • Welche neuen Ziele ergeben sich daraus?

Tipp #3: Im Dialog mit der inneren Stimme: Neue Hebel zur Zielerreichung in Gang setzen

Teilweise nutzen wir diese Logik bereits, ohne zu wissen, dass es sich dabei darum handelt. Bspw. wenn wir uns durch eine langsame, bewusste Atmung, beruhigen. In dem Moment führen wir körperlich aus, was wir zukünftig erreichen wollen: Wir wollen ruhig werden und wissen, dass wir, wenn wir ruhig sind insbesondere ruhiger atmen. Also greifen wir darauf zu, versetzen den Körper in den Wunschzustand und erreichen das Ziel dann auch auf diese Weise. Diesen Mechanismus kannst du dir ebenfalls für alle denkbaren weiteren Anliegen bewusst zu nutzen machen. 

Wenn du an dein Anliegen oder dein Ziel denkst (bspw. aus Tipp 1), dann spür doch mal in dich hinein wie es sich im Körper anfühlen würde, wenn du den Zielzsutand erreicht hast. Versetze dich innerlich in den Zielzustand hinein und schau wie dieser sich in deinem Körper wiederfindet.

  • Vielleicht gibt es eine Situation in der du dich gerne anders, besser fühlen würdest?
  •  Wie ist deine Haltung und wie spürt es sich an?  
  • Wie stehst oder gibst du dich? 
  • Wo im Körper spürst du die Kraft und Energie aus der erreichten Zukunft? 
  • Wie spürt es sich an, wenn deine Bedürfnisse befriedigt sind und sich im Gleichgewicht befinden? 
  • Welchen Unterschied macht es körperlich, wenn du dein Ziele erreichst?

Wenn du das Gefühl verinnerlicht hast, dann kannst du dir noch überlegen, ob du es irgendwie “verankern” möchtest, um es später wieder leicht abrufen zu können. Vielleicht eignet sich eine Bewegung oder eine Geste dafür, die dich leicht im richtigen Moment daran erinnert. 

Fazit

Wenn du die hier angeführten Tipps immer mal wieder anwendest und übst, wirst du eine immer stärkere Verbindung zu deinem “Bauchgefühl” und deinem unbewussten Erfahrungsnetzwerk aufbauen. So kannst auch du zukünftig sagen, deine innere Stimme ist deine wertvollste Beraterin und damit die innere Stimme bewusst(er) mit in Entscheidungs- und ZukunftsDIALOGE einzubinden. So wird es leichter die Informationen aus dem “Außen” in deinen ganz spezifischen Kontext einzuordnen und Schritt für Schritt kannst du deinen ganz individuellen und authentischen Weg selbstbestimmter gehen. Wenn du Interesse daran hast mehr zu diesen und weiteren spannenden Themen zu lesen, schau doch gern auf meinem Blog vorbei. Wenn du die ein Anliegen vertiefen magst, findest du dort auch die Möglichkeit Coachings und Trainings zu buchen. Und bis dahin: Dir schon einmal viel Spaß beim in Dialog treten mit deiner inneren Stimme!


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